Garden Incense made with love

Kräutertee sollte man nach einem Jahr entsorgen. Aber was tun damit? Natürlich kannst du ihn wieder im Garten als Dünger verstreuen, aber es gibt noch eine Möglichkeit, mit der du die Pflanzengeschenke auf eine andere Art verwerten kannst: als Räucherwerk.

Die Flamme lodert, die Kohle brennt, Wünsche und Intentionen werden als Rauch in Richtung Himmel geschickt. Das Verbrennen von aromatischen Kräutern und Harzen ist eine weltweit verbreitete Tradition. Räucherstäbchen riechen nicht nur gut, sie werden auch in Zeremonien, zur Heilung und zur Reinigung eines Ortes verwendet.

In meiner Kindheit war das Räuchern für mich eng mit der christlichen Tradition verbunden. Ich kann mich noch erinnern, dass ich jedes Mal, wenn der Pfarrer in meine Richtung räucherte, das ungute Gefühl hatte, er wolle irgendetwas in mir vertreiben. Der Weihrauch roch zwar gut, aber als Kind spürte ich noch intensiv, dass sich damit ein Tor zu irgendeiner anderen Welt, einem anderen Sein, auftat. Später im Studium liebte ich die Räucherstäbchen. Sie veränderten die Energie im Raum und so räucherte ich, wenn ich müde, wütend oder einfach nur von der Welt die Nase voll hatte. Das Riechen von Nag Champa bringt mich sofort zurück in diese Zeit.

Die Verwendung von aromatischen Pflanzen, die in deinem Garten oder deiner Umgebung wachsen und mit denen du eine direkte Beziehung hast, ist eine wunderbare Möglichkeit, die Pflanzenenergien in dein Leben zu holen. Außerdem hast du dadurch die Kontrolle über den Herstellungsprozesses und weißt genau, dass deine botanischen Räucherstäbchen bio, nachhaltig und mit guten Absichten hergestellt werden.  

Sozusagen im Feldversuch habe ich aus verschieden Substanzen Ministicks und Kegel hergestellt, um herauszufinden, welche Kombination

  1. leichter herzustellen ist
  2. besser brennt
  3. besser riecht 

Zutaten

Grundsätzlich brauchst du für die Herstellung von Räuchersticks/-kegeln drei Zutaten:

  1.  aromatische botanische Pulver
  2. einen botanischer Kaugummi, Demulcens oder eine andere Substanz, mit der die Pulver zusammengeklebt werden können
  3. Wasser  

Wie du aus der folgenden Aufstellung ersehen kannst, habe ich bei den Rezepten zwei verschiedene Klebermittel benutzt, die in meinem Garten wachsen: Pulver aus getrockneten Apfelschalen und Wurzeln des Eibisch (Althaea officinalis). Anstelle des Wassers verwende ich Rosenhydrolat (auch aus meinem Garten) und zusätzlich experimentiere ich mit Räucherkohle (zum gleichmäßigeren Abbrennen) und Weihrauch. Zum Pulverisieren dient mir eine alte elektrische Kaffeemühle, Räucherkohle und Weihrauch müssen gemörsert werden, sonst verschmutzt bwz. verklebst du dir deine Mühle.Was die Menge betrifft, so habe ich auf 2 EL Kräuterpulver 1 TL Kleberpulver gegeben. Für das Wasser/ Hydrolat verwendest du am besten eine Pipette, eine Flasche mit Tropfer oder eine Sprühflasche.

Diese Kombinationen habe ich getestet:

Zutaten

Rezept 1

Rezept 2 Rezept 3 Rezept 4 Rezept 5
1

alte Teereste (Blüte und Blatt) aus Kräutern und Blumen, z.B. Lavendel, Ringelblume, Rose, Minze, Melisse, Verbene, Brennessel, Thymian, Jasmin…

2

Apfelschalen

Apfelschalen Eibischwurzeln Eibischwurzeln Eibischwurzeln
3

Rosenhydrolat

Rosenhydrolat Rosenhydrolat Rosenhydrolat Rosenhydrolat
   

Räucherkohle

  Weihrauch Weihrauch
         

Räucherkohle

Ergebnis

1) Klebermittel: Eibischwurzelpulver geht meiner Meinung nach ein bisschen besser zu verarbeiten, weil es sofort klebt. Im Endprodukt habe ich keinen Unterschied zu den Apfelschalen bemerkt, beide kleben die Kräuter gut zusammen.

2) Abbrennen: Sticks brennen besser ab als Kegel, wobei dünne Sticks schwerer zu formen sind.

Für die Anleitung schau in die Pdf-Datei:

Viel Spaß beim Nachmachen!

Kategorien: Kräuterwelt