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„Wenn die Wurzeln tief sind,
braucht man den Wind nicht zu fĂŒrchten.“

(Chinesisches Sprichwort)

Bei uns zuhause gibt es die Redewendung: Wenn es um den 15.August regnet und kalt ist, dann beginnt der Herbst. Die Tage können zwar noch wunderbar warm und sonnig werden, aber die Abende sind jetzt schon spĂŒrbar kĂŒhler, es wird auch schon frĂŒher dunkel und am Morgen ziehen auch schon die einen oder anderen Herbstnebel durch das Tal.

22.August-23.September

Ernte und Vorsorge

In der Tierwelt kann man emsige AktivitĂ€t beobachten, wenn die Eichhörnchen beginnen, die ersten NĂŒsse zu ernten und die Hummeln sich an schönen Tagen wie wild ĂŒber die Herbstanemonen hermachen. Bei den Menschen steht jetzt die Ernte und Weinlese an. Vorsorgen fĂŒr den Winter ist das Thema. Statt Urlaub und Erholung steht jetzt wieder die pflichtbewusste BewĂ€ltigung des Alltags auf dem Programm. Mit dem Tierkreiszeichen Jungfrau kehren nach der Ausgelassenheit und dem Laissez-faire der vergangenen Löwe-Zeit wieder Arbeitseifer, Ordnung und auch Disziplin ein.

Element Erde

Die Jungfrau ist das variable Erdzeichen, d.h. in dieser Zeit geht es auch um das Thema, sich optimal an die Anforderungen dieses Lebens und die eigene Natur anzupassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir Informationen sammeln, sie analysieren und schließlich dieses neue Wissen in unseren Erfahrungsschatz integrieren. In der TCM ist dieser Jahreszeit ebenfalls das Element Erde zugeordnet und damit die Organe der „Mitte“, Magen und Milz. Sie sind wesentlich fĂŒr die Aufnahme und Erschließung der Nahrung und auf geistiger Ebene auch der Informationen. Haben wir eine starke „Mitte“, dann fĂ€llt es uns leicht, Wichtiges von Unwichtigem, NĂŒtzliches von UnnĂŒtzem und falsche Informationen von richtigen zu trennen. Leider ist in unserer Gesellschaft das Erdelement sehr stark beansprucht. Wo gibt es gemeinsame Mahlzeiten mit frischen Zutaten und in Ruhe genossen – ohne TV, Laptop oder Handy nebenbei? Ein gemĂŒtliches Zuhause und ein regelmĂ€ĂŸiger Tagesablauf stĂ€rkt uns alle, besonders jedoch unsere Kinder – nicht nur körperlich. Denn Ordnung in unseren Gedanken und GefĂŒhlen fĂŒhrt auch zu innerer Ausgeglichenheit und StabilitĂ€t.

Jungfrau

Auf diesem Bild hĂ€lt Demeter, die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und Kornmutter, eine Ähre in der Hand. Der Mythos erzĂ€hlt, dass Demeter aus Trauer ĂŒber die EntfĂŒhrung ihrer Tochter Kore in die Unterwelt ein halbes Jahr die Arbeit ruhen lĂ€sst und erst wieder im FrĂŒhjahr erscheint, wenn Kore wieder zu ihr kommt und bei ihr lebt. Dieser Mythos beschreibt sehr schön die Zeit des Wandels und den Übergang in einen neuen Jahres- bzw. auch Lebensabschnitt.

Jetzt ernten wir, was wir mit unserer HĂ€nde Arbeit erwirtschaftet haben. In den folgenden Monaten mĂŒssen wir wieder in unser Innerstes hinabsteigen und auch dort die Entwicklung vorantreiben, damit wir – so wie die Natur – wieder neue Kraft und Erkenntnisse fĂŒr den nĂ€chsten Jahreskreis sammeln. Bei dieser Aufgabe hilft uns das Prinzip der Jungfrau: ihre Naturverbundenheit und Freude, ihr analytisches Denken und ihre klare Ordnung, ihr Blick fĂŒr Details und auch ihre Disziplin, die sicherstellt, dass wir „dranbleiben“, sodass ein Projekt auch ein Erfolg werden kann. Nach Peter Schlapp (1) geht es im Jungfrau-Prinzip aber eigentlich darum, dass wir lernen, die Welt und die Menschen in den rechten Proportionen und ZusammenhĂ€ngen zu sehen. Letztendlich sollen wir zur Erkenntnis gelangen, dass wir einer höheren Ordnung vertrauen dĂŒrfen.

Merkur

WĂ€hrend Merkur in den Zwillingen vor allem mit Denken, Selbstausdruck und Kommunikation in Zusammenhang steht, ist der Jungfrau-Merkur der Planet der geistigen Verarbeitung und der neutralen Wahrnehmung. Er beobachtet genau, sammelt Informationen, analysiert sie und integriert sie anschließend in das geistig-seelische System. Der Jungfrau-Merkur sucht vernĂŒnftige und nĂŒtzliche Lösungen, stellt sich gerne in den Dienst von anderen und passt sich an jede Situation an.

Fragen des Prinzips Jungfrau/ Merkur

Ein Leben im Einklang mit der ZeitqualitĂ€t und den natĂŒrlichen Rhythmen ist wie ein Mitschwimmen mit dem Strom: Anstatt deine KrĂ€fte und Energiereserven zu verbrauchen, werden sie geschont, sodass du erfolgreicher und mĂŒheloser an dein Ziel kommst. Die folgenden Fragen können dir helfen, dich mit der ZeitqualitĂ€t zu verbinden und sie optimal fĂŒr deine Entwicklung zu nutzen – egal, ob du in der Zeit der Jungfrau geboren bist oder nicht.

🍇 Was bedeuten Wandel und Anpassung fĂŒr mich? FĂ€llt es mir schwer, Altes loszulassen. Trauere ich den sonnigeren, wĂ€rmeren Tagen nach oder kann ich auch den RĂŒckzug, das Alleinsein, das Nachdenken genießen? Die Tierwelt sorgt jetzt fĂŒr den Winter vor: Wie sieht es bei mir mit dem Thema Vorsorge aus?

🍇 Nach der ausgelassenen Sommerzeit mit Festen und vielen AktivitĂ€ten im Freien erinnert uns die ZeitqualitĂ€t der Jungfrau wieder an die pflichtbewusste BewĂ€ltigung des Alltages. FĂ€llt mir diese Umstellung schwer oder habe ich im Gegenteil das Problem, dass ich mich nicht entspannen kann, bevor ich meine Pflichten perfekt erfĂŒllt habe?

🍇 Die Zeit der lauen Sommerabende im Garten oder auf dem Balkon ist jetzt vorbei, die Tage werden jetzt schon merklich kĂŒrzer. Wir verbringen wieder mehr Zeit in unseren vier WĂ€nden. Wie sieht es mit meiner Wohnung aus? Braucht sie vielleicht ein kleines Lift-Over: ein bisschen Farbe, eine nette Herbstdekoration, mĂŒssen die Fenster gereinigt werden? Strahlt sie insgesamt Ruhe, Geborgenheit, Ordnung und Klarheit aus?

🍇 Die Spreu vom Weizen trennen: Könnten ein paar BĂŒcher, die ich nicht mehr brauche, aussortiert werden? Wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus? Was ist noch gut, passt mir noch, was sollte in die Altkleider-Sammlung und was einfach nur mehr entsorgt werden? Dasselbe gilt fĂŒr die KĂŒchenschrĂ€nke? Was an ÜberflĂŒssigem oder Abgelaufenen hat sich im Laufe des Jahres darin angesammelt und möchte aussortiert werden?

🍇 Und wie sieht es mit meiner „Mitte“ aus? ErnĂ€hre ich mich gut und regelmĂ€ĂŸig? Nehme ich mir Zeit fĂŒr mein Essen oder ist es meist „to go“ zwischen TĂŒr und Angel? Wie sieht es mit ein bisschen regelmĂ€ĂŸigem Sport aus?

🍇 Interessen und Neigungen entfalten sich, wenn sie gefördert und gepflegt werden. Durch regelmĂ€ĂŸiges Training entfalte ich meine Anlagen. Wenn ich ein Musikinstrument spielen, eine neue Sprache lernen, töpfern, malen, programmieren…lernen möchte, dann muss ich mir regelmĂ€ĂŸig Zeit dafĂŒr nehmen. Practice makes perfect. – Was begeistert mich? Welche Anlagen bzw. FĂ€higkeiten möchten entwickelt werden?

Entwicklungsweg der Jungfrau: Weg der Achtsamkeit

Quellen: (1)Schlapp, Peter: Bach-BlĂŒten & Astrologie 1995, S. 119